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im Gericht mit Ulvi
Staatsanwalt Heindl

 

Staatsanwalt Heindl erhebt Anklage

 

(Foto Frankenpost -Staatsanwalt Heindl)

 

 

Knapp 2 1/2 Jahre nach Peggys Verschwinden, nach der Kritik des damaligen Innenminister Beckstein in der Presse, dass auch diese Soko nicht seine Erwartungen erfülle, wurde nun aus “Beschleunigungsgründen” von der Staatsanwaltschaft Hof Anklage gegen Ulvi Kulac erhoben. Die Anklage ging davon aus, dass Ulvi Kulac am 3.5.2001 eine Sexualstraftat an Peggy Knobloch begangen hat und die von ihm begangene Tötung zur Verdeckung der vorausgegangenen Sexualstraftat erfolgte.

Das Verfahren hätte nie eröffnet werden dürfen,

denn es stützte sich ausnahmslos auf die Angaben eines geistig behinderten Menschen; objektive Beweise, Zeugen oder andere Beweismittel wie zum Beispiel der Leichnam des Mädchens konnten nicht ermittelt werden. Die äußerst umfangreichen Ermittlungen hätten nicht zum Auffinden von Peggy Knobloch geführt: nach menschlichem Ermessen sei sie tot! Die Feststellung der Staatsanwaltschaft, Peggy Knobloch sei am 7.5.2001 gegen 13.15 Uhr am Marteau-Platz letztmalig lebend gesehen worden ist eine Lüge!

Tatsächlich gab es jede Menge Zeugen, die das Mädchen an diesem 7. Mai 2001 noch nach 13.15 Uhr lebend gesehen hatten. Sie wurden aber alle durch die Soko II in stundenlangen Vernehmungen verunsichert und ihre Aussagen für nicht glaubwürdig angesehen; andere wichtige Zeugen wurden überhaupt nicht vor Gericht gehört.

Ein Zeuge weiss ganz genau, dass es Peggy war, die er am Nachmittag gesehen hatte, als er zu seinem Opa gelaufen war. Er hatte dies auch immer wieder in Befragungen bekundet. Nicht schlecht erstaunt war er später bei Sichtung seines Vernehmungsprotokolls, als dort  plötzlich etwas anderes geschrieben war – etwas, was er gar nicht gesagt hatte!

Robert - damals 16 Jahre alt - weiss ganz genau, dass es Peggy war, die er nachmittags am Rathaus gesehen hatte; auch konnte er eine Verwechslung ausschließen. Für die Ermittler war er ein sehr glaubwürdiger Zeuge; auf Grund seiner Aussage erging eine Postwurfsendung an die Bewohner von Lichtenberg.

Postwurf Peggy

 

 

Bei erneuten Befragungen durch die Soko II wurde er 4 1/2 Stunden befragt und regelrecht “fertig gemacht” mit dem Ziel einer anderslautenden Aussage, nämlich, dass er Peggy nicht gesehen hat. Er bekräftigte seine Aussage auch noch in der Hauptverhandlung, war aber völlig “von den Socken”, als Peggys Mutter ihn als Lügner bezeichnetet. Sie habe ihn ja abends bei der Suche nach ihrer Tochter getroffen und er habe ihr gesagt, dass er Peggy an dem Tag nicht gesehen hat. Tatsächlich war es aber nicht Robert, mit dem sie da gesprochen hatte, sondern ein anderer, wesentlich jüngerer Schüler!

 

Ganz genau wissen auch zwei jugendliche Zeugen, dass es Peggy war, die sie abends gegen 19 Uhr noch in Lichtenberg mit ihrem City- Roller - silbern mit dunkelblauer Trittfläche - gesehen hatten. Ihre Aussagen wurden durch die Falschaussage von Peggys Mutter - der Roller ihrer Tochter sei nur silbern gewesen - nicht für glaubwürdig angesehen. Tatsächlich sah der Roller von Peggy genauso aus, wie ihn die Zeugen beschrieben hatten.

 

roller

Nicht schlecht erstaunt, ja regelrecht empört war der Vater eines Mädchens, als er in der Presse wenige Tage später die Erklärung von Soko-Chef Geier lesen musste, die Zeugen hätten sich geirrt, es sei nicht Peggy, sondern ein Nachbarsmädchen - seine Tochter - gewesen sei, die von den Zeugen gesehen wurde.

kraus

 

Total ignoriert wurde von der Staatsanwaltschaft eine SMS, die kurze Zeit nach Peggys Verschwinden vom Handy der Freundin des Stiefvaters auf dessen Handy einging:

“ Ich habe meine Mama schon lange nicht mehr gesehen”

Peggys beste Freundin wird später berichten, dass sie etwa 3-4 Monate nach Peggys Verschwinden einen Anruf erhalten hat mit den Worten:

 “hallo, mir geht es gut, aber ich weiss nicht, wo ich bin.”

Ganz überzeugt ist auch ein Schreiner von Lichtenberg, dass es Peggy war, die am nächsten Tag an der Hand einer südländisch aussehenden die Wiese herunter, vorbei an seiner Schreinerei  gekommen war. Er kannte Peggy nicht, aber seine Beschreibung passte exakt auf das Mädchen. Die Polizei konnte feststellen, dass tatsächlich die Wiese auch an der vom Schreiner beschriebenen Stelle niedergetreten war.

Eine in der Schreinerei wohnende Dame hatte ebenfalls diese Beobachtung gemacht.

Die Aussage einer Zeugin aus dem Münchner Raum - eine sehr glaubhafte und angesehene Persönlichkeit - kurz nach Peggys Verschwinden wurde durch die Hofer Staatsanwaltschaft völlig ignoriert. Erst auf ständigen Druck von Unterstützer und dem Anwalt von Ulvi wurde sie endlich kurz vor dem Wiederaufnahmeverfahren befragt. Die Zeugin hatte den Eindruck, dass man an ihrer Aussage keinesfalls interessiert war.

Aussage Paukner

Peggys Mutter bestätigte auf Anfrage, dass ihre Tochter sehr wohl ein derartiges naturfarbenes Seidentuch besitzt!

Kurze Zeit nach Peggys Verschwinden sah eine Dame in Pforzheim (dort wohnte auch die neue Freundin von Peggys Stiefvater !) ein Mädchen zusammen mit einer Frau, von dem sie überzeugt war, dass es Peggy war! Sie hatte diese Frau mit dem Mädchen sogar noch einmal im Dezember 2001 gesehen und erstellte ein Phantombild. Sehr überraschend mussten sogar die Ermittler feststellen, dass es ganz große Ähnlichkeit mit einer Person aus dem Familienkreis von Peggys Stiefvater hatte!

Phantombild

Ein LKW-Fahrer will das vermisste Mädchen am 5. Februar 2002 im Bereich Regensburg auf der BAB mitgenommen haben - ein Ermittlungsbericht ist in den Verfahrensakten nicht enthalten!!!

kruger

 

Hinweise auf Peggy in Tschechien durch die Stiftung FREDI aus der Schweiz wurden durch die Staatsanwaltschaft Hof völlig ignoriert; man habe nie geantwortet.

 

FREDI

Im Namen des Volkes

wird Ulvi Kulac am 30.4.2004 zu lebenslanger Haft wegen Mordes an Peggy Knobloch verurteilt

Richter Hornig

 

“Wir haben unsere Arbeit gemacht

  und wie es aussieht nicht schlecht!”

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass sich der Angeklagte am 7. Mai 2001 gegen 13.15 Uhr vor der Raiffeisenbank am Henri-Marteau-Platz in Lichtenberg befunden hat. Tatsächlich hat ihn von 65 befragten Personen dort keiner gesehen; er konnte auch nicht gesehen werden, weil er

nicht auf der Bank am Marteau-Platz,

 

Kärwa Liberg 014

sondern auf der Rentnerbank an der Kreuzung Sieleinsweg/Flurstraße (nähe Feuerwehr) saß, auf einer Bank, an der Peggy auf ihrem Heimweg von der Schule gar nicht vorbei kam.

Eine einzige Zeugin erklärt 1 Jahr später (!), sie habe Ulvi damals am Marteau-Platz gesehen. Auf Grund ihrer Aussage erstellte der damalige Chefermitteler Geier sein “Szenarium”, Ulvi sei dort auf Peggy getroffen! Heute ist bekannt, dass die Aussage dieser Zeugin eine Falschaussage war.

 

Bank

Ulvi selbst hatte bei den Vernehmungen

Bank Zeitelwaid

ebenso wie der Ermittler darauf hingewiesen!

Hinweis Bank

Peggy Knobloch wurde von einer Schulfreundin kurz vor 13.30 Uhr aus dem fahrenden Bus heraus kurz vor ihrer Haustür laufen gesehen, zu einer Zeit, als sie laut Urteil schon hätte tot sein müssen. Diese Uhrzeit wurde durch den Fahrtenschreiber des Busses ermittelt; auch hatte der Busfahrer dies so in der Hauptverhandlung ausgesagt.

Waren die Aussagen des ehemaligen V-Mann und Kleinkriminellen Hoffmann durch die Soko I als widersprüchlich und falsch erkennbar, wurde er plötzlich für das Gericht in der Hauptverhandlung ein sehr „glaubhafter“ Zeuge. Der Hinweis eines Mitinsassen der Psychiatrie, dass Hoffmann nicht glaubhaft sei und mit allen Mitteln nur versucht rauszukommen, wird durch das Gericht ignoriert.

8 Jahre später widerruft Hofmann seine damalige Aussage und erklärt, dass man ihm die Freiheit versprochen habe, wenn er gegen Ulvi aussagt.

Hofmann EV

 

Für die Feststellung des Gerichts einer begangenen Sexualstraftat an Peggy Knobloch konnte nie ein Beweis erbracht werden.

Das Gericht stützte sich in seiner Feststellung, dass Ulvi Kulac am 3.5.2001 eine Sexualstraftat an Peggy Knobloch begangen hat und die von ihm begangene Tötung zur Verdeckung der vorausgegangenen Sexualstraftat erfolgt sein soll, lediglich auf das eingeholte Glaubwürdigkeitsgutachten des Prof. Kröber. Dieses hätte nicht verwertet werden dürfen.

 

Am 29.8.2001 wurde Ulvi bei der Staatsanwaltschaft wegen Verdacht des sexuellen Missbrauchs an einem Jungen vorgeladen, jedoch wieder freigelassen.

AO Zech

Ulvis Mutter nahm sofort Kontakt zu einer Klinik auf; dort erhielt sie für ihren Sohn einen Platz in einer offenen Therapie ab dem 10. September 2001. Ohne Rücksicht darauf wurde Ulvi  4 Tage vorher von der Staatsanwaltschaft Hof wegen Verdacht des sexuellen Missbrauchs an Kindern - nun auch an Peggy - seine Unterbringung im BKH Bayreuth angeordnet.

In einer Presseerklärung der KPI Hof vom 23.1.2002 wurde der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass es keine Hinweise für einen sexuellen Kontakt mit Peggy Knobloch gibt.

kein Missbrauch

Bereits zu Beginn der Ermittlungen hatte man Ulvi zu der Aussage gebracht, er habe Peggy missbraucht; diese Aussage zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Prozeß. Später wird Ulvi berichten, dass er große Angst vor dem Gefängnis hatte. Die Ermittler hätten ihn aber immer wieder  beschwichtigt, dass er deswegen nicht ins Gefängnis komme – er sei ja krank!

Ulvi erinnert sich noch sehr gut daran, dass er bei der Vernehmung tätlich angegriffen wurde, dass es weh getan hat - er weiß noch ganz genau, welcher Ermittler das war!

ich weiss

Eine Strafanzeige Jahre später wird abgewiesen mit dem Hinweis, dass Ulvi sich das nur ausgedacht habe. Der Hofer Staatsanwalt erklärt gar, dass Ulvi nie darüber gesprochen habe, sondern erst, seit es eine Bürgerinitiative gebe. Befragungen beim Personal des BKH hätten nichts gebracht. Diese Feststellung konnte widerlegt werden.

 

Befragung von Personal des BKH Bayreuth

Frage: Hat Herr Kulac Ihnen gegenüber konkret angegeben, dass er durch die zu vernehmenden Beamten misshandelt wurde?

Antwort:

Herr Kulac hat mir diesbezüglich am Anfang der Vernehmungen Verfehlungen mitgeteilt.

Frage:

Wie äußerten sich die möglichen Verfehlungen?

Antwort:

Herr Kulac hat mir gegenüber angegeben, dass er angeschrien wurde. Dann hat er auch mitgeteilt, dass er von Beamten gekniffen wurde; wohin, hat er nicht gesagt. Er hat mir auch wortwörtlich gesagt, dass er „derb angefasst“ wurde. Er hat mir immer wieder gesagt, dass „die ihm etwas Schlechtes“ getan hätten.

 

Es fehlen Beweise

Es kann kein Beweis für einen sexuellen Missbrauch der Peggy durch Ulvi erbracht werden. 

Gerichtsprästient

Foto Frankenpost

tschanett

Geier lässt sich etwas Teuflisches einfallen

Geier hatte nun zwar ein Geständnis, aber keinen Beweis - Ein kindlicher Zeuge hatte in vielen Befragungen stets erklärt, dass er noch nie in der Wohnung bei Ulvi war. Nun wurde diesem - damals 9-jährigen Jungen - extra ein Ermittler abgestellt um zu erfahren, ob er nicht doch etwas gesehe haben könnte! Der Junge berichtete in der Schule, dass er “einen tollen Freund bei der Polizei” habe, er mache ihm schöne Geschenke und er habe schon an dessen Pistole drücken dürfen. Der Junge berichtete auch : “die haben mich so viel gefragt und herumgefahren, dass ich irgendwann einfach nur noch Ja und Nein gesagt habe.

In der Vernehmung am 29.10.2002 fertigte der Ermittler eine Skizze und ließ den Jungen bestimmte Orte einzeichnen. “Dieses Beweisstück” war für den Ermittler Veranlassung für die Mitteilung an den Soko-Leiter, der Junge mache Angaben die darauf hindeuten, dass er am 3.5.2001 mit in der Wohnung des Ulvi Kulac war, wo dieser Peggy Knobloch missbrauchte.

 

Zeichnung Lang

Diese “Erfolgsmeldung” ging natürlich sofort an die Presse; die Öffentlichkeit wurde informiert, dass nun endlich auch ein Augenzeuge für den Missbrauch der Peggy Kno

 

bloch durch Ulvi Kulac gefunden wurde! 
Augenzeuge

Für die Feststellung im Urteil, Peggy habe sich am 3.5.2001 nachmittags in der Wohnung von Ulvi aufgehalten, wo sie von Ulvi missbraucht wurde - konnte nie ein Beweis erbracht werden! Die Aussage des “angeblichen Augenzeugen” kann keinen Eingang in das Urteil finden, da seine Angaben durch ein Sachverständigengutachten als “nicht glaubwürdig” festgestellt wurden - davon erfährt jedoch die Öffentlichkeit nichts!

Der Junge wird später sagen: “ich wurde unter Druck gesetzt!

Wenn dieser Richter heute - selbst nach einem Freispruch von Ulvi im Wiederaufnahmeverfahren 2014 - in den Ruhestand geht und stolz in der Presse erklärt:

Ich bin aufgrund der durchgeführten Hauptverhandlung überzeugt, dass meine damalige Entscheidung richtig war”,

so steht sein Urteilsspruch total kontrovers zu seinem geleisteten Eid vor Beginn seiner Tätigkeit als Richter:

“Ich schwöre, das Richteramt getreu dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, getreu der Verfassung des Freistaates Bayern und getreu dem Gesetz auszuüben, nach bestem Wissen und Gewissen ohne  Ansehen der Person zu urteilen und nur der Wahrheit und Gerechtigkeit zu dienen, so wahr mir Gott helfe!”