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Vorgeschichte
Ulvi war in seinem Heimatort sowie Umgebung, ja selbst bei der Polizei als geistig Behinderter „harmloser Zeitgenosse“ bekannt. Ein Ermittlungsverfahren gegen ihn, weil er in der Öffentlichkeit vor einem Kind onaniert hatte, wurde im Jahr 2000 wegen Geringfügigkeit eingestellt.
Dr. Wabnitz: „es gibt keinen Hinweis darauf, dass der 23-Jährige gegenüber dem von ihm belästigten Kind jemals gewalttätig geworden sei.“ Ulvi hatte im Abstand von mehreren Metern vor dem Jungen exhibitionistische Handlungen vorgenommen, ihn aber weder berührt, noch Gewalt angewendet!
Aussage des Kindes:
„Ulvi hat mich nicht festgehalten, er hat mich auch nicht angefasst“.
Schlussbericht der PI Naila 17.7.2000:
„Der Beschuldigte hatte den Geschädigten weder gedroht noch Gewalt gegen ihn ausgeübt. Auch hat er ihn nicht zur Vornahme sexueller Handlungen veranlaßt.”
Ermittlungen der Soko I
Am 7. Mai 2001 verschwindet in Lichtenberg die 9-jährige Peggy Knobloch
Noch in der Nacht des Verschwindens nennt Peggys Mutter sofort Ulvi als Verdächtigen, der zu diesem Zeitpunkt 24 Jahre alt und geistig auf dem Stand eines zehnjährigen Kindes war und bereits sexuell (Onanieren vor Kindern) aufgefallen war.
Bereits am nächsten Tag wurde das Alibi von Ulvi überprüft, das Haus durchsucht und festgestellt, dass der Tagesablauf von Ulvi am Tag des Verschwindens von Peggy
„von früh 11 Uhr bis abends 22.30 Uhr vollständig und lückenlos, ja beinahe minutiös nachvollzogen worden sei“.
"Das ist nicht mal eine warme Spur", sagt Herbert Manhart, Leiter der "Sonderkommission Peggy".
"Es macht keinen Sinn, sich an ihm festzubeißen", meint Manhart, "viele hatten Kontakt zu Peggy."
Tagesablauf des Ulvi Kulac am 7.Mai 2001(erstellt am 15.1.2002 durch KPI Hof Behrendt/Labandowsky
11.00 Uhr steht Ulvi auf
12.30 Uhr trifft er in der Schlossklause ein und isst zusammen mit seinen Eltern Mittag
13.15/13.30 Uhr verlässt er die Schlossklause und bringt Klinkert Essen
13.40-15.30 Uhr hilft Ulvi Dieter T. beim Holzschlichten
15.40-16.00 Uhr kehrt Ulvi zu seinen Eltern in die Schlossklause zurück
16.15 Uhr Fahrt mit seinen Eltern zur Schwester Heike nach Issigau
17.15 Uhr wieder zu Hause, stylt sich, um später nach Naila zu trampen
18.00-18.15 Uhr Ulvi trampt nach Naila, wird vom ehemaligen Bürgermeister mitgenommen
18.30 Uhr geht in die Gaststätte „Zur Bank“ in Naila
19.00 Uhr geht ins China-Restaurant „Goldenes Glück“ und isst dort
20.30 Uhr kehrt er in die Gaststätte „Zur Bank“ zurück
zwischen
19.00/20.30 Uhr wird Ulvi von seinem Vater in der Gaststätte „Zur Bank gesucht“
21.00/21.30 Uhr verlässt er die Gaststätte und trampt nach Lichtenberg zurück
22.00 Uhr geht er noch in die Gaststätte „Zwick“ in Lichtenberg und hält sich dort bis ca. 22.15/22.30 Uhr auf.
22.30 Uhr Rückkehr nach Hause
Im Rahmen der Ermittlungen in Sachen Peggy wurden weitere Vorfälle bekannt, in denen Ulvi vor Kindern onaniert hatte. Es wurde nun gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt.
Ungeachtet der geistigen Behinderung von Ulvi und der Feststellung der PI Naila vom 17.7.02, dass für Ulvi ein Betreuer bestellt werden sollte“ und des Neurologen Dr. K, der feststellte, dass mit Ulvi kein sinnvolles Gespräch möglich sei“ erfolgten die Vernehmungen fast ausnahmslos ohne rechtlichen Beistand, was einen eklatanten Verstoß gegen das Grundgesetz darstellt, wonach jeder Person das Recht auf ein faires Verfahren zusteht.
Tätlicher Angriff
Ulvi berichtete, dass er bei einer dieser Vernehmungen tätlich angegriffen wurde mit der Aufforderung, dass er zugeben solle, dass er etwas mit Peggy gemacht habe, sonst komme er ins Gefängnis und nie mehr raus.
Ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Hofer Beamte wegen Verdacht von Misshandlung während der Vernehmung wurde eingestellt mit der Feststellung, dass die Vorwürfe „haltlos“ und alle Anschuldigungen „absolut unzutreffend“ seien.
Von der Hofer Staatsanwaltschaft ging man sogar davon aus, dass Ulvi darüber erst berichtet habe, seit es eine Bürgerinitiative gebe.
Diese Feststellung wird widerlegt durch die Tatsache,
dass Ulvi bereits vorher seinem Gutachter berichtet hatte, dass die beiden überhaupt nicht nett zu ihm waren und „dass die ihn am Kragen gepackt haben“, dass er Angst vor ihnen hatte.
Einem Pfleger der Psychatrie hatte Ulvi berichtet,
dass er am Anfang der Vernehmungen von Beamten angeschrieen
und gekniffen wurde. Er hat auch wortwörtlich angegeben, dass er
„derb“ angefasst wurde.
Auszug aus dem Protokoll der Anhörung beim Amtsgericht Bayreuth:
Ulvi:
„Ich bin von der Polizei nicht geschlagen, aber an der Schulter gedrückt worden. Das hat schon weh
getan“
„Ulvi zeigte zunächst mit seiner rechten Hand an die linke Schulter und zeigt mit den Fingern hinter das Schlüsselbein. Er wurde gebeten, dies an seinem Zeugenbeistand zu demonstrieren Dabei stellte er sich hinter seinen Anwalt und langte mit seiner linken Hand an dessen linke Schulter und mit der rechten Hand an dessen rechte Schulter, wobei er die Daumen jeweils unter den Achselknochen drückt.“

Am 29.8.01 wird nach einer Vernehmung durch Staatsanwalt Zech angeordnet, dass Ulvi sich freiwillig in stationäre Behandlung begibt. Ungeachtet dessen, dass für Ulvi ein Therapieplatz ab 8.9.01 in einer Klinik in Bayreuth zur Verfügung stand, erfolgte 2 Tage vorher die zwangsweise Unterbringung von Ulvi mit Unterbringungsbefehl im psychiatrischen Krankenhaus in Bayreuth. Gerichtsgutachterin Frau Janowsky aus Hof stellt fest, dass durch eine geeignete soziotherapeutische und verhaltenstherapeutische Betreuung Ulvi ein besseres Umgehen mit seinen sexuellen Bedürfnissen erlernen und insoweit sich in einem sozial zulässigen Rahmen betätigen könne.Eine pädophile Ausrichtung des Ulvi ist nicht zu erkennen!
Am 23.1.01 erging der Pressebericht der Soko I, dass es keinerlei Zeugen oder Sachbeweise für einen sexuellen Kontakt mit Peggy gibt. Auch konnte kein Beweis erbracht werden, dass er mit dem Verschwinden von Peggy etwas zu tun hat. Such-und Spurensicherungsmaßnahmen haben kein Ergebnis gebracht!
S p u r T ü r k e i
Bereits nach wenigen Tagen (26.5.01) gingen die Ermittlungen dahin, dass Peggy Opfer einer Entführung wurde. Bereits am 18.5.2001 wurde ein Rechtshilfeersuchen in Tschechien beantragt.
Am 25.5.01 geht per E-Mail aus der Türkei von einem angeblichen Familienangehörigen des Stiefvaters eine Mitteilung ein, wonach Peggy sich in der Türkei befinden soll.
„Ich muss Ihnen sagen, dass die Peggy sich weder in Deutschland noch in der Tschechei befindet. Sie ist in
der Türkei; Antakya Hatay Gegend. Ihr Stiefvater weiß davon auch Bescheid, dass das Kind über Russland in
die Türkei eingereist ist. Ich würde Ihnen ehrlich persönlich helfen, doch das würde nur einen neuen
Familienkrieg auslösen“
Aus der Tschechischen Republik gehen Mitteilungen ein, wonach Peggy in die Türkei verschleppt worden sei. Am 11.6.01 war vom Handy des Stiefvaters die Nachricht eingegangen:
„Ich habe meine Mama schon lange nicht mehr gesehen“.
Man ging davon aus, dass Peggy absichtlich von ihren Angehörigen versteckt wird.
Am 27.Juli 2001 wird durch die Staatsanwaltschaft Hof ein Rechtshilfeersuchen an die Türkischen Behörden in Ankara gesandt, am 4. Januar 2002 liegt noch keine Antwort von den Türkischen Behörden vor.
Das Bayrische Staatsministerium des Innern teilt dem BKA Wiesbaden mit, dass die Spur „Peggy Türkei“ sich als „erfolgversprechend“ heraus kristalisiert habe.
Ein Ermittler aus Tschechien berichtet am 3.8.2001,
dass er von einem Informanten erfahren habe, dass Peggy von zwei Männern in die Türkei verschleppt wurde. Der Informant wusste nichts vom Vermisstenfall Peggy und nahm an, dass das Mädchen der Kinderprostitution zugeführt werden soll. Erst später fiel ihm auf Nachfrage der Sachverhalt wieder ein.
Laut Ermittlungsbericht vom 17.10.01
hatten türkische Polizeikräfte intensive Suchmaßnahmen und Befragungen in der Türkei durchgeführt.
Das Angebot der SOKO, an diesen Maßnahmen mit einem Beamten beratend teilzunehmen, lehnten die türkischen Behörden ab.
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