Banner grau im Gericht mit Ulvi
Freude

 

31.07.2015 Ulvi ist frei!

Es dürfte in Deutschland wohl einmalig sein, dass ein geistig behinderter Mensch fast 14 Jahre zwangsweise untergebracht wird für Handlungen (Missbrauch und Mord von Peggy Knobloch), für die nie ein Beweis erbracht werden konnte.

Einmalig ist auch, dass es einfache Menschen aus dem Volk waren, die für Ulvi auf die Straße gingen und für seine Freiheit kämpften! 

 

Mit Wirkung vom 29. Oktober 2014 wird Rechtsanwalt Thomas Saschenbrecker – Fachanwalt für Psychiatrie,  Unterbringung und Strafrecht – neuer Verteidiger von Ulvi Kulac

Anhörung 8.1.2015 088

Ra Saschenbrecker beantragte bei der Vollstreckungskammer Bayreuth einen vorzeitigen Anhörungstermin sowie die Freilassung von Ulvi aus der Psychiatrie; auf diesen Antrag reagierte die Strafvollstreckungskammer Bayreuth nicht.

Mit Schriftsatz vom 7.1.2015 fordert Rechtsanwalt Saschenbrecker hinsichtlich der am 8. Januar 2015 stattfindenden Anhörung die sofortige Freilassung von Ulvi Kulac. 

In der Anhörung am 8. Januar 2015 wird Rechtsanwalt Thomas Saschenbrecker Ulvi Kulac als Pflichtverteidiger beigeordnet; die Strafvollstreckungskammer Bayreuth stellt auf der Grundlage des Gutachtens von Dr. Blocher eine weitere Unterbringung von Ulvi in den Raum.

Herr Dipl. Psychologe Dr. Rudolf Sponsel hat in einer Stellungnahme zahlreiche Widersprüche, Fehler und Mängel des Gutachtens von Dr. Blocher vom 29.8.2014 analysiert, die eine weitere Unterbringung von Ulvi aus forensisch/psychopathologischer Sicht nicht begründen.

Der Verteidiger von Ulvi legt gegen den Beschluss der Strafvollstreckungskammer Bayreuth vom 21.1.2015 Beschwerde beim Oberlandesgericht Bamberg ein.

Das Oberlandesgericht Bamberg gibt der Beschwerde statt mit Beschluss vom 19.3.2015 dahingehend, dass Ulvi Kulac zum 31.7.2015 aus der Psychiatrie Bayreuth entlassen wird.

ulvi 16.12.13 004
Freilassung 31.7.15 009

Am 31.7.2015 wurde Ulvi Kulac laut Beschluß des OLG vom 19.3.2015 offiziell aus dem BKH Bayreuth entlassen; viele Unterstützer und Freunde haben sich eingefunden; das Medieninteresse ist groß.

Nach einer gemeinsamen Feier mit der Familie, Freunden und Unterstützern beginnt nun für Ulvi ein anderes Leben - ein Leben in Freiheit!! Er lebt in einer eigenen Wohnung in einer Einrichtung für Behinderte und übt eine Tätigkeit entsprechend seinen Fähigkeiten in einer Werkstatt aus.

 

Anwaltswechsel

Für weitere juristischen Schritte wird Frau Rechtsanwältin Hanna Henning aus Kassel das Mandat übertragen; sie stellt am 13. Dezember 2016 anläßlich einer Pressekonferenz die weitere Entwicklung im Fall Ulvi vor:

neues Foto

Wiederaufnahmeverfahren

Die Anwälte sind beauftragt mit einem Wiederaufnahmeverfahren hinsichtlich des angeblichen sexuellen Missbrauchs von Peggy Knobloch.

Nach den Feststellungen des Urteils des Landgerichts Hof vom 30. April 2004 wurde Ulvi Kulac u.a. deshalb wegen Mordes verurteilt, weil (unter Abstellung darauf) es das Gericht als erwiesen ansah, dass er sich an Peggy Knobloch sexuell vergangen habe. Dieser Sachverhalt wurde im Wiederaufnahmeverfahren 2014 nicht mit verhandelt.

Schadensersatz und Schmerzensgeld gegenüber Prof. Kröber.

Der wesentliche und zentrale Ausgangspunkt aller im Urteil getroffenen Feststellungen hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der von Ulvi Kulac abgelegten Geständnisse beruht zentral auf dem Gutachten des Sachverständigen Kröber. Dieser hatte ein psychiatrisches und aussagepsychologisches Gutachten erstellt, welches er dann in der Hauptverhandlung noch ergänzte.

Tatsächlich gibt es für einen sexuellen Missbrauch hinsichtlich Peggy Knobloch durch Ulvi Kulac keinen Beweis.

Amtshaftung gegenüber dem Freistaat Bayern

Der Freistaat Bayern haftet für die Fehlentwicklung von Ulvi Kulac wegen Mordes. Im Rahmen eines Haftungsverfahrens soll versucht werden, den Gründen für diese Inszenierung im Detail auf den Grund zu gehen.

Schmerzensgeld für die Eltern von Ulvi Kulac

Die Eltern von Ulvi werden ebenfalls Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld geltend machen. Sie wurden ebenso wie Ulvi in den Medien, von der Presse über all die Jahre in einer derart menschenverachtenden Art und Weise abgebildet, dass dadurch eine tiefgehende Traumatisierung erfolgt ist. Ein normales Leben war den Eltern während des Ermittlungsverfahrens und insbesondere nach der Verurteilung ihres Sohnes nicht mehr möglich.