im Gericht mit Ulvi

 

 

© 2007 Gudrun Rödel

Peggy verschwindet:

Allein in Deutschland verschwinden lt. der Kinderschutzorganisation „Weißer Ring“ 50 000 Kinder, manche tauchen wieder auf, aber 2% bleiben für immer verschwunden. Viele werden von ihrer Mutter oder ihrem Vater entführt. 12 Kinder stammen aus Bayern, von denen bisher jede Spur fehlt, dazu gehört Peggy Knobloch aus Lichtenberg, die seit dem 7. Mai 2001 verschwunden ist.

 

Peggy bunt

Wer war Peggy?

Peggy war ein liebes und offenherziges Kind, oft ein verspielter Typ und hatte eine blühende Phantasie.

Es war bekannt, dass sie einem Aufeinandertreffen mit ihrem Stiefvater ohne Beisein der Mutter auswich, dass Peggy vom Stiefvater geschlagen wurde; Peggy hatte ihre blauen Flecken und Striemen auf dem Rücken gezeigt.Bei jemanden zu läuten und nach Essen und Trinken zu fragen, war für Peggy „normal“. Mehrere Male habe sie geäußert, dass sie von zu Hause ausreißen will nach Halle zu ihrem Papa.

Eine Zeugin hatte Peggy hinter einer Mauer kauern sehen. Peggy hatte ihr gesagt, dass sie sich vor ihrem Stiefvater verstecken und abwarten wolle, bis er auf die Arbeit fährt“.

Am Wochenende nach Ostern erzählte mir Peggy, dass sie zu Hause sehr unglücklich ist, oft allein sei und mit niemanden reden kann.

Eine Ärztin sagt aus, dass Peggy bei ihr zu Hause geklingelt hat und nach Essen und Trinken verlangt hat, „mit Sicherheit ist Peggy nicht gerne nach Hause gegangen“!

Selbst Peggys Großmutter berichtete, dass Peggy nach Besuchen bei ihr regelrecht Angst hatte, wieder heim zu fahren, der Unterkiefer zitterte, sie verkrampfte.Peggy hatte geäußert: „Der (Stiefvater) kotzt mich an“.

Ein Zeuge:Peggy hatte mir erzählt, dass sie von ihrem Stiefvater geschlagen werde und er sie erschießen wolle; die Pistole liege im kleinen Schrank neben dem Bett“.

Eine Zeugin:

 „ Peggy kam fast täglich nach der Schule mit meiner Tochter zu uns nach Hause. Sie erzählte, dass zu Hause keiner auf sie wartet und sie deshalb bei ihnen bleibe. Weiter sagte Peggy, dass sie ihr Frühstück immer alleine machen und dass sie sich den Wecker immer selbst stellen muss, damit sie früh nicht verschläft. Peggy hatte auch oft Hunger“.Peggy sei früher sehr oft bei ihr gewesen und habe geweint. Sie habe gesagt,dass sie alleine sei und niemand auf sie warten würde und sie zu ihrem echten Vater wolle. Vor etwa einem 1/2 Jahr habe ihr Peggy im Vertrauen erzählt, dass sie, ihre kleine Schwester und ihre Mutter sich heimlich mit ihrem richtigen Vater treffen würden.Dies dürfe aber ihr Stiefvater nicht wissen“.                                                 

Von Lehrern wird berichtet,  „dass bereits in der Schule Auffälligkeiten bei Peggy festgestellt wurden und eine besondere Art von Förderung in Erwägung gezogen worden sei.“ Seit einem halben Jahr werde Peggy veranlasst, Hausaufgaben zu machen. Ihr fehle der elterliche Rückhalt. Zu Elternabenden oder Elternsprechstunden komme die Mutter nicht. „ Peggy kam oftmals zu spät zur Schule und berichtet, dass sie von ihrer Mutter nicht rechtzeitig aufgeweckt worden ist.“  

 

Aufenthalt von Peggy am Tag des Verschwindens

(erstellt durch KPI Hof vom 30.5.01)

 7.30 Uhr                         kauft sich Peggy im Lebensmittelgeschäft etwas zum Frühstück für die

                                      Schule und läuft über den Markt                                      

 8-12.45 Uhr                    befindet sich Peggy in der Schule  

 13.05 Uhr                       etwa sieht die Hausmeisterin Peggy mit ihrer Freundin die Schule

                                      verlassen, ein Schüler überholt die beiden auf dem Nachhauseweg,

                                      beide trödeln und bleiben noch an einem Automaten stehen.

13.15 Uhr                        werden Peggy und Daniela im Grundstück Nailaer Straße  3  von

                                      Zeugen gesehen

13.15-13.30 Uhr               in dieser Zeit verlässt Birgit das Haus ihrer Eltern und sieht Peggy mit dem

                                      Ranzen auf dem Rücken in Höhe Friedhof laufen

13.20 Uhr                        etwa wird Peggy aus dem Schulbus heraus von Helen

                                       in Richtung Markt laufen gesehen                         

14.45 Uhr                        erklären Jan und Alexander unabhängig voneinander, Peggy

                                      an der Bäckerei gesehen zu haben

15.30/15.45 Uhr               wird Peggy von Robert in Höhe Rathaus gesehen

16/17 Uhr                        sah ein Zeuge seinen jüngeren Bruder mit Peggy zusammen

18.30/19 Uhr                    wird Peggy von Patrick und Felix am Ortsausgang Sperberweg/

                                      Carlsgrüner Weg gesehen.

 

Die Lügen der Frau Knobloch

Am Abend bei der Suche nach Peggy hatte Frau Knobloch Denny getroffen, der ihr sagte, er kenne Peggy, habe sie aber an diesem Tag nicht gesehen. Dass Frau Knobloch Denny getroffen hatte, stand nie in Zweifel! Zur Hauptverhandlung erklärt plötzlich Frau Knobloch, sie habe Robert getroffen. Durch diese Lüge der Frau Knobloch wurde die Aussage von Robert als Hauptentlastungszeuge - vom Gericht für unglaubwürdig erklärt.

Patrick und Felix hatten Peggy abends gegen 18.30/19 Uhr noch am Carlsgrüner Weg gesehen. Felix wurde als Zeuge bei Gericht gar nicht erst geladen.

Patrick sei sich angeblich nur einen Tag später nicht mehr sicher gewesen, Peggy gesehen zu haben. Das war lediglich deshalb, weil man erst noch eine Verwechslung ausschließen  wollte, was dann auch erfolgte. Seine Aussage wurde schließlich für unglaubwürdig erachtet, da er Peggy  mit einem blau-silbernen Roller gesehen hatte; lt. Peggys Mutter habe sie einen durchgehend silbernen.                                                                                                                                  

Die Aussage von Peggys Mutter wird durch nachstehendes Polizeifoto widerlegt; tatsächlich hatte Peggys Roller eine dunkelblaue Trittfläche.

Schweiz 006

 

Selbst Peggys beste Freundin weiß (bestätigt in ihrer Aussage), dass der Roller von Peggy auf der Trittfläche blau war.

Am nächsten Tag (8.5.01) sieht ein Zeuge unmittelbar vor seinem Fenster eine südländisch aussehende Frau, bekleidet mit einer roten Jacke und einem Mädchen an der Hand, durch das hoch gewachsene Gras des Grundstücks laufen, was durch eine weitere Zeugin bestätigte wurde. Die Beschreibung des Mädchens war vom Äußeren sowie der Bekleidung her identisch mit Peggy.

Dieser Zeuge wurde übrigens nie als Zeuge bei Gericht vernommen!

Zu diesem Sachverhalt erklärt Frau Knobloch abwertend, dass dies die Nachbarin, die immer eine rote Jacke trug, mit ihrem Kind gewesen sei. Das wird von der Nachbarin widerlegt, die tatsächlich keine rote Jacke besitzt und an diesem Tag auf Grund schlechten Wetters nicht unterwegs war!

Am 7.6.01

geht eine SMS auf dem Handy des Stiefvaters von Peggy ein:

Ich habe meine Mama schon lange nicht mehr gesehen“

susanne_knobloch_grinsend[1]

Welche Rolle spielte Frau Knobloch beim Verschwinden von Peggy tatsächlich??

Am 7. Mai 2001 gegen 22 Uhr meldet Frau Knobloch bei der Polizeiinspektion Naila ihre Tochter Peggy als vermisst, sie sei nach Schulschluss nicht nach Hause gekommen.

Sie kann sofort exakt beschreiben, welche Kleidung Peggy an diesem Tag in der Schule getragen hat, nämlich

  • eine grüne Nylonhose,
  • eine schwarze Regenjacke mit dem Emblem des TSV Lichtenberg
  • ein orange-farbenes Sweat-Shirt mit dem Aufdruck „Glöckner von Notre Dame“
  • schwarze Schuhe mit Klettband und einer schwarzen Gummiplateau-Sohle.
  • Eine Schulfreundin berichtet aber, Peggy habe an diesem Tag einen roten Anorak und eine blaue Hose getragen; eine weitere Schulfreundin kann sich ebenfalls erinnern, dass Peggy in der Schule eine blaue Latzhose trug!

Als besonders spektakulär gilt, dass Frau Knobloch bereits am Tag des Verschwindens gegenüber den Polizeibeamten auf Ulvi als Verdächtigen hinweist!

Bereits in der Nacht zum 8. Mai erstellte Frau Knobloch zusammen mit ihrem  Lebensgefährten Suchplakate, Peggy sei seit 14 Uhr verschwunden.

                          “ vermisst seit 7.5.01 ca. 14 Uhr / vermisst seit 8.5.01 ca. 14 Uhr”                  

Woher wußte man das so genau?  Frau Knobloch erklärte, ihre Tochter sollte an diesem Tag nach der Schule pünktlich um 13.30 Uhr zu Hause sein, warum? Sie war doch zu dieser Zeit zum Dienst und sonst war keiner zu Hause.

Auf dem Suchplakat sah man Fotos von Peggy, auf denen sie wesentlich jünger aussah und von Lichtenbergern kaum oder gar nicht erkannt wurde? 

Einer Arbeitskollegin war aufgefallen, dass Frau Knobloch an diesem 7. 5.01„völlig durch den Wind“ zum Dienst erschienen ist. Susanne wirkte auf mich verstört, sie war nicht so wie ich sie kenne“. Susanne habe verheulte und eingeschwollene Augen gehabt.

Frau Knobloch behauptet, Peggy sei immer gleich nach der Schule nach Hause gekommen. Dies wird von Zeugen widerlegt, die Peggy sehr oft noch nachmittags mit dem Ranzen unterwegs in Lichtenberg gesehen haben.

Frau Knobloch erklärt, dass Peggy von ihr und ihrem Lebensgefährten nie geschlagen wurde; wer das erzählt, lügt! Tatsächlich wissen Zeugen, dass Peggy von ihrem Stiefvater geschlagen wurde; sie haben Striemen am Rücken gesehen.

Gezwungenermaßen muss nun auch Frau Knobloch einräumen,

dass Peggy sehr große Angst vor ihrem Lebensgefährten hatte und von ihm geschlagen wurde. Sie sei auch einmal von ihm so geschlagen worden, dass die Nachbarn eingriffen und ihn zurück hielten. Peggy hat Horror davor gehabt, mit ihm alleine zu sein. Peggy sei sogar ins Gesicht geschlagen worden, wobei die Wange ganz rot war und Peggy weinte.

Es gab oft Streit zwischen Frau Knobloch und ihrem Lebensgefährten, wobei die Kinder die Auseinandersetzungen mitbekamen.

Frau Knobloch und ihr Lebensgefährte stellen übereinstimmend fest, dass sich Peggys Verhalten etwa seit Ostern gravierend verändert hat. In der Hauptverhandlung plötzlich kann sich Frau Knobloch erinnern, dass Peggys gravierenden Verhaltensänderungen seit dem Abend des 3.5.01 waren und bringt Ulvi somit ins Spiel!

Peggys Freundin hatte ausgesagt, Peggy habe ihr gegenüber einmal geäußert, dass sie sich an dem Freund ihrer Mutter rächen will. In der Vernehmung am 13.9.01 wendet Frau Knobloch plötzlich die Aussage der Freundin und erklärt, dass Peggy sich an dem Türken (Ulvi) rächen wolle.

In der Vernehmung nach dem Verschwinden von Peggy berichtet die Mutter, dass sie nicht wisse, wo sich Peggy am 3.5.01 (angeblicher Tag der Vergewaltigung von Peggy) aufgehalten hat.

In der Hauptverhandlung weiß sie plötzlich, dass Peggy zu Hause im Wohnzimmer auf der Couch, im Dunkeln zusammen gekauert saß. In den nächsten Tagen sei Peggy nicht zu bewegen gewesen, nach draußen zu gehen.

Tatsächlich ist aber bekannt, dass Peggy am Nachmittag des 3.5.01 bei ihrer Freundin und dann zum Kinderturnen war.Frau Knobloch erklärt, schon am Freitag vor ihrem Verschwinden habe Peggy nicht mehr aus dem Haus gewollt.

Tatsächlich hatte die Mutter von Peggys Schulfreundin berichtet, dass Peggy an diesem Freitag mit ihrem Ranzen gleich nach der Schule mit zu ihnen kam. Anschließend war Peggy an diesem Tag zum Bogentragen und wollte nicht nach Hause, da ihre Mutter nicht zu Hause sei und sie Angst vor dem Stiefvater habe.

Am 1.1.02 erhält Frau Knobloch von ihrem Lebensgefährten eine SMS mit dem Inhalt:

„Gut werde ich nicht mehr.Ich werde handeln. Wenn das zum Laufen kommt, gibt’s kein zurück mehr von mir.Brauchst keine Angst zu haben, ich mach mir die Hände bestimmt nicht dreckig. Schatzi Susanne – wie Du es haben willst -hätte nie gedacht, dass wir soweit kommen, was  immer passiert, ich habe alles versucht, das zu verhindern. Du lässt mir keine andere  Möglichkeit. Da musst Du auch mit die Konsequenzen tragen, sorry! Du wirst schon sehen, verlass Dich drauf, hast noch ein wenig Zeit.Überleg Dir’s  ganz gut, solange es noch geht. Mit 50 000 DM kann man viel machen auf dieser scheiß Welt!“

Womit kann er sie erpressen, was weiß er von ihr?

Um angeblich dem Medienrummel zum Jahrestag des Verschwindens von Peggy am 7. Mai 2002 zu entgehen, fliegt Frau Knobloch mysteriöserweise zusammen mit ihrem ehemaligen Lebensgefährten - der ihr noch vor kurzem gedroht hatte sie umzubringen, der ihr Kopfhaare ausgerissen und sie am Ohrläppchen verletzt hatte, vor dem sie Angst hatte und ins Frauenhaus wollte - in die Türkei und gerade dorthin, wo Peggy angeblich vermutet  wurde!

Frau Knobloch legte während des ganzen Prozesses im Hinblick auf Zeugenaussagen eine nicht nachvollziehbare Gleichgültigkeit an den Tag; für jede andere Mutter hätte ein neuer Zeuge Erwartung und Hoffnung bewirkt. Frau Knobloch jedoch hatte immer schon von vorn herein Zeugen keinerlei Bedeutung beigemessen. Ihr Verhalten signalisierte, dass sie an dem Auffinden von Peggy überhaupt kein Interesse hatte.

Eine Mutter, die ihr Kind nicht sucht, weiß wo es ist!

Selbst von den Ermittlern wird das Verhalten der Frau Knobloch nicht „in normale Kategorien“ eingestuft.

Es besteht der dringende Verdacht gegen Peggys Mutter, mit Falschaussagen bei  Gericht bewusst in Kauf genommen bzw. sogar in der Absicht falsch ausgesagt zu haben, dass Ulvi als Mörder ihrer Tochter verurteilt würde, um von anderen Tatabläufen abzulenken, da das wahre Schicksal von Peggy bis heute nicht geklärt werden konnte!

 

Am 6. Juli 2007 erging Strafanzeige gegen Susanne Knobloch bei der Staatsanwaltschaft Hof wegen uneidlicher Falschaussage im Prozess gegen Ulvi Kulac.

Das Ermittlungsverfahren wurde mit Verfügung vom 10.8.07 durch die  Staatsanwaltschaft Hof eingestellt.

Die Akteneinsicht hatte gezeigt, dass durch die Staatsanwaltschaft Hof keinerlei Ermittlungen gegen Frau Knobloch erfolgt waren.

Eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hatte zur Folge, dass per 4.11.2007 die Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Hof gegen Frau Knobloch wieder aufgenommen werden sollten.

Tatsächlich wurden durch die Staatsanwaltschaft Hof erneut keine Ermittlungen gegen Frau Knobloch aufgenommen, sondern das Verfahren nach Eingang der schriftlichen Begründung des Anwaltes vom 14.4.08 noch am gleichen Tag (!)  durch die Hofer Staatsanwaltschaft eingestellt.

Am 17.6.08 wurde gegen die Einstellungsverfügung Beschwerde erhoben und um Akteneinsicht gebeten.

Mit Schreiben des Generalstaatsanwaltes Bamberg vom 17.7.08 wurde die Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Hof vom 17.6.08 zurückgewiesen.

Ein Antrag auf gerichtliche Entscheidung (Klageerzwingungsverfahren) wurde mit Beschluss des Oberlandesgerichts Bamberg vom 14.10.08 „als unzulässig verworfen“, indem man dem Bayreuther Rechtsanwalt Ortwin Lowack – einem langjährigen renommierten Anwalt - versucht „am Zeug zu flicken“ und ihm schwerwiegende Mängel in der Antragsschrift vorwirft.

Man kommt nicht umhin zu der Feststellung, dass eine Vernehmung der Frau Knobloch mit allen Mitteln verhindert wird!

 

 

 

 

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